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Schreiben: Neuvermessung der Medienethik

Die Digitalisierung verändert nicht alles, woran der medienethische Kompass zu orientieren ist, aber manches muss neu justiert werden. Davon handelt der Sammelband „Neuvermessung der Medienethik“, der jetzt bei Beltz Juventa erschienen ist und von Marlis Prinzing, Matthias Rath, Christian Schicha und Ingrid Stapf herausgegeben wurde.

Marlis Prinzing hat zudem drei Beiträge verfasst: „Mir sind die Augen geöffnet worden.“ ist das Kapitel betitelt, das klar macht, dass Medienethik in der Ausbildung oft ein Stiefkind ist und dringend mehr Raum erhalten muss.  Hier besteht noch ein großer Widerspruch: Studierende sind sehr interessiert an diesem Kompass, doch noch immer ist Medienethik als Fach viel zu selten in der Ausbildung von Medienmanagern und Journalisten – gemessen an seiner Bedeutung. Die Macromedia gehört – neben Ludwigsburg, München, Erlangen-Nürnberg, Fribourg und einigen anderen im deutschsprachigen Raum – zu den Ausnahmen.Cover_Neuvermessung

Der Beitrag „Medienethik und die Praxis“ verknüpft Positionen und Erfahrungen aus Journalismus, Regulierung und Ausbildung, die Marlis Prinzing unter anderem eingeholt hat bei Stefan Aigner, Online-Journalist und Blogger und als Betreiber der Plattform regensburg-digital eine Art Vertreter der Gegenöffentlichkeit, bei Ruth Hieronymi, der Vorsitzenden des WDR-Rundfunkrats, bei Lutz Tillmanns, dem Geschäftsführer des Deutschen Presserats, bei Thomas Mrazek, Online-Journalist und Vertreter dieser Berufsgruppe unter dem Dach des Berufsverbands „Deutscher Journalistenverband“ sowie bei Anton Sahlender, langjähriger Vize-Chefredakteur der Mainpost in Würzburg und Leseranwalt,

Gemeinsam mit Roger Blum hat sie ferner ein Kapitel über die „Medienregulierung zwischen normativen Anforderungen und faktischen Defiziten“ verfasst. Die beiden haben rund 758 Ombudsleute, Presseratsmitglieder, Mitglieder freiwilliger Selbstkontrollen und Rundfunkräte in Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschrieben. Ihre Befunde bestätigten ihre Annahmen: Es gibt Handlungsbedarf, der normative Anspruch auf Unabhängigkeit, Demokratie und Öffentlichkeit einerseits und die Wirklichkeit klaffen auseinander. Gewisse Türen öffnen sich zwar, die Befragten wollen mehr Bürgernahe und intensivere Publizität sowie eine größere Regierungsunabhängigkeit der Medienkontrolle. Aber sie haben Schwierigkeiten mit der Vorstellung öffentlich zu beraten; gerade die Insider sind jene, die sich davor offenbar besonders fürchten.

Prinzing, Marlis/ Rath, Matthias/ Schicha, Christian/ Stapf, Ingrid (Hrsg.): „Neuvermessung der Medienethik. Bilanz, Themen und Herausforderungen seit 2000“. Band 3 – Reihe „Kommunikations- und Medienethik“. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.

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